Teilnahme unserer "Denkmal aktiv"-Arbeitsgemeinschaft
an der Jahrestagung: Der Städte mit historischem Stadtkern

Abbildung 1: Übergabe der Modelle an Frau Dr. Dietlind Tiermann, Foto: Frau K. Bierbaß
Abbildung 2: bei der Eröffnung der Jahrestagung der AG „Städte mit historischen Stadtkrenen“, am Rednerpult Frank Steffen (stellvertretender Vorsitzender der AG), Foto: Frau K. Bierbaß

"Denkmal aktiv" im Campus Neuzelle

Endlich war der große Tag gekommen und die Schüler der Denkmal Aktiv Ag vom Campus Neuzelle konnten ihre selbstangefertigten Modelle übergeben. Dafür reisten Sie am 15. Oktober in das Sankt Pauli Kloster in Brandenburg an der Havel, wo die Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ ihre Jahrestagung veranstaltete. Dort fanden sich die Schüler neben ganz bedeutenden Persönlichkeiten, wie Minister Vogelsänger (Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft der Landes Brandenburg), Prof. Dr. Franz Schopper (Direktor des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum), Dr. Thomas Drachenberg (Landeskonservator) um nur einige Personen zu benennen. Natürlich waren unsere Siebenklässler ordentlich aufgeregt und haben die Zugfahrt eifrig genutzt, ihre kleinen Redebeiträge zu üben. Aber es ging sehr gut und die Großen waren ganz begeistert von den Modellen.

Und sehen lassen konnten sich die Häuser ja wirklich. Nachgebildet wurden drei Gebäude der Stadt Beeskow; die Stankt Marienkirche, die Alte Schule und das Älteste Haus. Alle drei Gebäude stehen am Kirchplatz der Stadt und es wurde unter dem Thema: Glaube, Bildung, Wohnen exemplarisch eine der mittelalterlichen Keimzellen einer Stadt erforscht. Natürlich ging es dabei um Wahrnehmung, um das genaue Hinschauen und um die Erforschung der Geschichten hinter den Fassaden. So wurden ehemalige Bewohner der Gebäude interviewt, die Häuser zeichnerisch und auch fotografisch dokumentiert und dann unter Beachtung der Großenverhältnisse in Sperrholz gebaut. Dabei konnte man schon ins Staunen kommen, wie viel Menschen ins so einem kleinen Haus, wie dem „Ältesten Haus“ gelebt haben und das die Kinder sich damals auch ihr Bett mit anderen teilen mussten. Besonders beeindruckend fanden die Schüler die schwarze Küche und die gemütliche Bohlenstube im Erdgeschoss. An der alten Schule konnten Sie gut nachvollziehen, wie früher gelernt wurde und dass Bildung keine Selbstverständlichkeit war. Oft wurden mehrere Klassen zusammen in einem Raum unterrichtet. Die Beeskower Kirche ist ein beeindruckender Ort für viele Legenden und Mythen. Immer noch werden dort Schätze gesucht, wobei schon allein das Gebäude ein Schatz für sich ist. Man konnte entdecken wir lang ein echter Klosterformatstein ist und wie versiert die mittelalterlichen Baumeister die Wände gemauert haben.

Im Frühjahr werden die Ag Teilnehmer nach Beeskow reisen und endlich auf den großen Kirchturm klettern. Dann können Sie die Größenverhältnisse der Modelle leibhaftig erleben. Jetzt in der Winterszeit kehrt auch etwas Ruhe in die AG Arbeit ein und das brauchen wir auch, denn es sollen Kisten mit Blattmetall in der alten Technik vergoldet werden.

Der Campus Neuzelle hat sich der Denkmalvermittlung seit nunmehr 5 Jahren verschrieben. So gibt es neben der praktischen AG- Arbeit auch die Möglichkeit im Rahmen der Geschichtsleistungskurse (11. Stufe) sich mit einem Denkmal vertiefend auseinanderzusetzen. Denn erst durch Interesse kann Wertschätzung, Wissen und Umgang mit den historischen Überlieferungen erwachsen. Die Beschäftigung mit dem Thema ermöglicht die Anregung zum eigenen Tun und damit in der Konsequenz, die Möglichkeit seine Umwelt zukunftsweisend mit zu gestalten. Die Bedeutung des staunenden Lernens kann ein wichtiger Impuls für den Lernenden aber auch Lehrenden sein.

Dieses Jahr möchten die 11. Klassen eine Audioführung für die ehemalige Klosterkirche in Neuzelle erarbeiten. Aber mit ganz jugendgemäßen Texten, welche die Schüler dann in einem mobilen Tonstudio selber produzieren. Wenn alles klappt, können sich die Schüler auch noch lange nach ihrem Abschluss in einer solchen virtuellen Führung hören. Es gibt noch eine Vielzahl von Themen und Ideen und allein die Lage des Schulgebäudes ist eine fast unerschöpfliche Inspiration. Denn gerade die Vielschichtigkeit eines Denkmals eignet sich hervorragend um einen wissenschaftlichen, historischen, soziologischen, architektonischen oder künstlerischen Zugang zu vermitteln. In diesem Sinne ist „Denkmalunterricht“ ganz aktuell, um auf die jüngste Tendenz der Lehrpläne, die Methodenkompetenz statt Wissensvermittlung fordern, zu reagieren.